Wenn sich auf der Waage nichts mehr tut…

Jeder der schon mal über einen längeren Zeitraum versucht hat abzunehmen, kennt das Problem: es tut sich einfach nichts mehr. Es geht nicht mehr voran und im schlimmsten Fall sogar zurück. Nur leider geht nicht das Gewicht zurück, sondern geht es zurück zum Mehrwerden. Es ist einfach zum Mäusemelken! Da macht man Sport, schwitzt sich einen ab, knabbert Salat und hat wegen des ständigen Hungers nur noch schlechte Laune, und dann ist noch nicht mal ein sichtbarer Erfolg auf der Waage da.

Stillstand beim Abnehmen Körperfettwaage

Ich habe eigentlich nie auf meine Ernährung achten müssen. Ich hatte das Glück, gefühlt einfach alles essen zu können ohne zuzunehmen. Scheinbar ein guter Stoffwechsel, wie man so schön sagt. Auch nach der Schwangerschaft konnte ich ziemlich schnell die überflüssigen Pfunde loswerden, ohne großartig etwas dafür tun zu müssen. Sport war quasi ein Fremdwort für mich.

Nichts hält ewig – und das Gewicht schon gleich gar nicht…

Irgendwann – so etwa mit Mitte 30 – fing es dann an… Ich nahm langsam und schleichend zu. Bis ich irgendwann einen Punkt erreichte, an dem ich mich persönlich nicht mehr wohlgefühlt habe. Der Blick auf die Waage brachte dann die Realität ans Tageslicht – 10 Kilo mehr! Dieser kleine Schockmoment hat mich dazu gebracht eine Diät anzufangen – die erste Diät meines Lebens. Mit 35 Jahren auf dem Buckel.

Salat abnehmen

Ich habe mich sofort online bei den Weight Watchers angemeldet und ab sofort wurden Punkte gezählt. Und – es hat funktioniert! Letztes Jahr nach Ostern habe ich angefangen, und pünktlich zum Sommerurlaub war die Bikinifigur wieder hergestellt. Zeitgleich habe ich auch angefangen Sport zu machen – ich habe das Joggen für mich entdeckt und bin auch heute noch mit Spaß dabei. Natürlich war es nicht immer einfach… Das Punktezählen hat mich irgendwie genervt und so richtig satt war ich auch nie. Aber ich habe abgenommen… mal mehr, mal weniger und mal tat sich gar nichts auf der Waage. Das hat mich dazu bewogen noch weniger „Punkte“ zu mir zu nehmen und es funktionierte: ich nahm weiter ab.

Als ich mein Wunschgewicht erreicht hatte, war ich stolz wie Bolle! Langsam aber sicher habe ich das nervige Punktezählen sein gelassen und habe gefühlsmäßig richtig gegessen. Ich hielt etwa ein Dreivierteljahr mein Gewicht. Und dann – hallo Jojo-Effekt!

Stillstand beim Abnehmen

Vor Kurzem habe ich wieder angefangen mich unwohl  zu fühlen… Ein Blick auf die Waage bestätigte mir mein böses Gefühl: von meinen verlorenen 9 Kilo sind 5 wieder da! Auf Weight Watchers habe ich allerdings keine Lust mehr. Im Prinzip weiß ich ja selbst, woran es liegt: es sind die Naschereien abends vor dem Fernseher… Einfach mal weglassen und auf den Nachschlag beim Essen verzichten und schon geht mein Gewicht wieder in die richtige Richtung.

Stillstand heißt in diesem Fall nicht Rückschritt

Seit 14 Tagen mache ich nun diese „Diät“ und auch das funktioniert. Ich möchte nicht hungern nur um ein paar Kilos weniger zu wiegen. Ich möchte mich einfach nur wohlfühlen. Trotzdem kommt immer wieder das blöde Gefühl hoch weniger essen zu „müssen“, wenn die Waage mal wieder Stillstand anzeigt. Stillstand ist Rückschritt – heißt es doch so schön. Aber nein! Machen wir uns nicht verrückt! Es tut sich trotzdem etwas im Körper – gerade dann wenn man sportlich aktiv ist.

Und genau das zeigt mir jetzt meine Waage auch an. Das Gewicht bleibt zwar zeitweise gleich, aber die Fettmasse nimmt prozentual ab und die Muskelmasse zu. Und da Muskelmasse bekanntlich schwerer ist als Fett, ändert sich am Gewicht selbst nicht viel.

Beets BLU App Körperfettwaage

Mit der Beets BLU Personenwaage* habe ich genau im Blick, dass sich im Körper etwas tut, ohne dass es sich im Gewicht bemerkbar macht. Hier sehe ich nicht nur mein aktuelles Gewicht, sondern auch meinen Körperfett- und  Muskelanteil. Verbunden ist die Waage per Bluetooth mit  meinem Smartphone, wo ich per App die nötigen Eingaben zur Berechnung der Körperfett- und Muskelmasse eingeben kann. Das sind Angaben zum Geschlecht (denn Frauen haben einen höheren Fettanteil als Männer), Alter und Größe. Das ist auch schon alles. Den Rest macht die Waage und speichert die Daten auch bis sie wieder an das Smartphone übertragen werden können. In der App werden dann alle Daten gesammelt, so dass man einen guten Überblick über die letzten Tage, Wochen und Monate bekommt.

Beets BLU App

Stillstand beim Abnehmen Gewichtskontrolle

Körperfettwaage App Beets BLU

Geduld für den langfristigen Erfolg

Ich mache mich jetzt nicht mehr verrückt, wenn ich abnehmen möchte und das Gewicht etwas ins Stocken kommt. Ich esse nicht zwanghaft weniger um noch mehr abzunehmen, denn genau das führt zwar zum schnelleren Abnehmen, aber auch zum unangenehmen Hungergefühl und später auch zum ungewollten Jojo-Effekt.

Für mich gibt es für das Abnehmen kein Patentrezept. Mit Weight Watchers hat es zwar geklappt, aber so richtig zufrieden war ich mit der Methode nicht. Vielleicht fehlt mir aber auch die nötige Disziplin. Bei mir heißt das Geheimnis „lass den Nachschlag und die abendlichen Süßigkeiten weg“. Ich esse einfach gerne was mir schmeckt und was mich antreibt ist ein sichtbarer Erfolg. Und auch wenn die Pfunde nicht stetig purzeln, bringt mich das nicht mehr aus der Ruhe. Schmelzendes Körperfett ist schließlich auch ein Erfolg – und genau diesen will ich durch meine „Diät“ ja auch erzielen.

Körperfettwaage abnehmen

Also, macht Euch nicht verrückt, wenn es mal zum Stillstand beim Abnehmen kommt. Das ist ganz  normal und jeder, der schon mal eine Diät gemacht hat, kennt es.

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2 Kommentare

  1. Melanie R
    22. Juni 2016 / 13:35

    Ich habe mit Low Carb vor einigen Jahren 20 Kilo abgenommen und bin auch dabei geblieben, aber nicht mehr ganz so streng. Früher war ich monatelang in Ketose, heute mache ich das nur noch phasenweise und versuche ansonsten eher, metabolisch flexibel zu essen. Klar habe ich auch mal 2 Kilo mehr, wenn ich es ein paar Tage schleifen lasse, aber grundsätzlich sind für den Low Carbler Jojo Phänomene kein Problem, da der Blutzucker meist ganz unten ist.

    Da ich zudem eine Mutter habe, die es generell schwer hat mit dem Abnehmen – auch bei Low Carb oder LCHF – habe ich bei Gewichtsplateaus mittlerweile so einige Strategien ausprobiert, die auch meiner Leudenschaft für orthomolekulare Medizin entspringen.
    Erst einmal ist es wichtig, verschiedene Ernährungsanreize zu setzen. Wer jeden Tag Salat isst, wird in eine Sackgasse laufen. Streng ketogene oder dauerhaft unterkalorische Ernährung bewirkt, daß die Schilddrüse ernsthaft in Mitleidenschaft gezogen wird. Schraubt sie ihre Arbeit herunter, hat man noch mehr Probleme mit dem Stillstand. Also: Essen und zwar genug, wenig KG, vor allem keinen Zucker und Getreide. Aber ausreichende Mengen Gemüse, Fett, Fisch und Fleisch.

    Dann gibt es noch zahlreiche Helferlei, je nachdem woran es bei dem Einzelnen liegt. Manche Leute besiegen ihr Gewichtsplateau, indem sie einfach eine zeitlang Omega 3 im Grammbereich zu sich nehmen. Andere haben das Problem aufgrund von Zinkmangel und stellen fest, daß sie strark supplementieren müssen. bei mir trifft das zu aufgrund von Pfeifferschem Drüsenfieber (EBV hat aber ohnehin bis ca 45 Jahren nahezu jeder gehabt). Ich muss jeden Tag 80 mg supplementieren, um den Wert halbwegs oben zu halten.
    Dazu haben Frauen meist ein Ferritin Problem: Speichereisen unter 60-80 ist so eine Sache. Kein Ferritin, keine Gewichtsabnahme. Lieber mal ein paar Infusionen machen lassen und so auf eine solide 80 kommen dauerhaft. Man fühlt sich dann auch generell fitter.
    Wiederum andere haben ein Jodproblem (Buchtipp: Die Jodkrise) und haben mit der Auffüllung erreicht, daß das Gewicht sich endlich wieder bewegt.
    Unbedingt auch auf die B-Vitamine achten, sie sind an vielem beteiligt. Könnt Ihr Euch morgens nicht an Eure Träume erinnern? Dann ist der B6 Mangel schon einmal ganz sicher und der Mangel an anderen B Vitaminen sehr wahrscheinlich.

    Wenn gar nichts mehr geht, kann man auch gut den „Strunz Geheimplan“ versuchen: 5-10 Tage ausschließlich Eiweißshakes. So kommt der Stoffwechsel mal richtig in Gang. Die meisten Leutchen sind eh unterversorgt mit hochwertigem Eiweiß. Wer sich nicht wöchentlich die Fingernägel schneiden muss oder mit kurzen Haaren alle 4 Wochen dringend zum Friseur, hat keine Ahnung, wie sich das Leben mit einem soliden Eiweißanteil anfühlt.Und die Schilddrüse braucht es auch dringend, das Gehirn ebenso. Kein gutes Eiweiß, keine Neutransmitter, keine gute Laune.

    Vor allem für Zink, Jod und Ferritin gilt natürlich: Im Blut messen bzw bei Jod den Belastungstest machen lassen. Und am besten einen Heilpraktiker oder orhomolekular geschulten Arzt aufsuchen.

    Und vor allem Geduld bewahren. Der größte Feind jeder Diät ist der Stress. Wird vermehrt Cortisol ausgeschüttet, geht mit der Abnahme gar nichts (da haben wir auch wieder den Zusammenhang mit der Schilddrüse). Wer das Gefühl hat, es geht rein gar nichts vorwärts und daran könnte es liegen: Selbst Cortisol-Tagesprofil machen oder ab zum Endokrinologen. Der kann auch prüfen, ob eine Insulinresistenz vorliegt (vor einem Langzeit Glucose Test 14 Tage nicht Low Carb essen!).
    Und unbedingt bei Verdacht auf Cortisolprobleme langsam Ausdauersportarten machen. Eine Runde Zumba mag sich gut anfühlen, aber bei dem Puls bekommt man nur noch mehr Cortisol in den Körper.

    Zu guter Letzt unbedingt prüfen, wie viel Eiweiß man zu sich nimmt und ruhig mit den Makros spielen. 3-4 g Eiweiß pro Tag pro Kilo Körpergewicht sind zum Beispiel zu viel, dadurch gerät man nur in die Gluconeogenese und produziert selbst Zucker, wo man abnehmen will. Lieber bei 2 g bleiben und mal versuchsweise den fettanteil variieren. Oder schlicht mehr Gemüse essen, variabel bleiben, mal ein paar Tage mehr Hülsenfrüchte essen und dadurch ein paar Gramm KH mehr.

    Ist eher Heißhunger Euer Problem, kann auch der mit einer soliden Eiweißzufuhr ausgebrmst werden. Gerade L-Glutamin hilft da sehr, auch Zimt im Kaffee kann helfen oder eine regelmäßige niedrige Zufuhr von Chrom Picolinat.

    Ich hoffe, ich konnte ein paar Gedankenanstöße geben in aller Kürze.

    • Vorstadtleben
      Autor
      22. Juni 2016 / 14:24

      Wow, lieben Dank für die ausführlichen Tipps. Und meinen allergrößten Respekt für die abgenommenen 20 kg. Bei mir sind es meist nur ein paar Kilos die wieder runter sollen und selbst das fällt mir schon schwer. Aber in einem Punkt sind wir uns definitiv einig – wenn es mal stockt, ist hungern definitiv der falsche Weg.
      Viele Grüße

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