Alles kalter Kaffee? – Von der Kaffeebohne bis zum Genuss in der Tasse

Kaffee – ein ganz großes Thema hier in diesem Haushalt. Wir sind Kaffeetrinker durch und durch – und wenn es etwas gibt, das wir immer vorrätig haben, dann ist das Kaffee. Es ist tatsächlich schon vorgekommen, dass keine Milch, kein Zucker, kein Mehl oder kein Salz da war – Kaffee ist allerdings immer da. Wir trinken Kaffee morgens zum Wachwerden, nachmittags zum Feierabend, zwischendurch einfach mal so, wenn Besuch kommt… Über den Tag verteilt sind sechs, sieben Tassen (oder mehr) keine Seltenheit.

In unserer Küche beherbergen wir (zur Zeit „nur“ noch) drei Kaffeemaschinen (man muss ja eine gewisse Auswahl haben) und seit dem letzten Wochenende spiele ich ernsthaft mit dem Gedanken eine Kaffeemühle und eine French Press zur Kaffeezubereitung zuzulegen. Und warum? Weil ich am Wochenende den besten Kaffee getrunken habe, der mir je untergekommen ist. Der Unterschied zu den mir bisher bekannten Kaffeesorten war enorm groß und das Geheimnis des guten Kaffee-Geschmacks liegt – wie ich gelernt habe – in der Röstung.

Hannoversche Kaffeemanufaktur Cappuccino

Wenn die Hannoversche Kaffeemanufaktur zum Blogger-Event einlädt, kann das Thema ja nur eines sein: Kaffee! Und letztes Wochenende war es soweit: eine Besichtigung der Röstanlagen, Showrösten, ein Barista Crash-Kurs und eine Kaffeeverkostung standen auf dem Programm – für mich als Kaffeeliebhaberin Grund genug mich auf den Weg nach Burgdorf zu machen und meinen Mann gleich mitzunehmen.

Nach einer herzlichen Begrüßung und einer kurzen Vorstellungsrunde der anwesenden Blogger aus dem Großraum Hannover wurden wir auch schon auf eine Genussreise durch die Kaffeewelt entführt. In rustikalem Ambiente erzählte uns Andreas Berndt – Gründer der Hannoverschen Kaffeemanufaktur – mit mitreißender Begeisterung wie der Weg der Kaffeebohne von der Ernte bis hin in unsere Tassen aussieht.

Hannoversche Kaffeemanufaktur Burgdorf Ambiente

Hannoversche Kaffeemanufaktur Burgdorf

Hannoversche Kaffeemanufaktur Burgdorf Ambiente

Währenddessen machten wir schon genusstechnisch den ersten Stopp auf unserer Weltreise – und zwar in Äthiopien. Der Kaffee, den wir verkostet haben, hatte einen vergleichsweise niedrigen Koffeingehalt und schmeckte sanft und rund. Und das ohne einen Tropfen Milch! Für mich fast unvorstellbar – Kaffee ohne Milch zu trinken – aber auch ohne Milch war der Kaffee ein absoluter Genuss!

Wie machen die das?

Dieses Geheimnis wurde auch sogleich gelüftet – die Röstung macht’s. Während industriell gerösteter Kaffee nur ca. 1-3 Minuten bei bis zu 800°C geröstet wird, werden die Kaffeebohnen in Burgdorf bei maximal 190°C ca. 20-25 Minuten lang geröstet.

Hannoversche Kaffeemanufaktur Kaffeesäcke

Und warum machen die das?

Magenschonend, aromatisch und schadstoffarm – das ist das Ergebnis dieser langen Röstzeit bei niedrigerer Temperatur. Während einer kurzen Röstzeit können sie die Aromen im Kaffee (und das sind immerhin ca. 1100 Aromen – wobei 834 davon bereits erforscht sind) gar nicht richtig entwickeln – erst nach einer Röstzeit von ca. 17-18 Minuten enfalten sich diese. Zudem kommt noch, dass sich bei hohen Temperaturen beim Rösten Acrylamide entwickeln, die im Verdacht stehen krebserregend zu sein. Bei einer langen Röstzeit zerfallen außerdem die Gerbstoffe, die den Kaffee bei vielen unverträglich machen.

Eine Tasse Kaffee nach 16 Uhr? Bei vielen Menschen unvorstellbar – „Dann kann ich die ganze Nacht nicht schlafen!“ Viele meinen, dies würde am Koffein liegen. Dieses ist allerdings nach 4-6 Stunden vom Körper abgebaut. Was aber am Schlaf hindert, ist die Leber, die noch damit beschäftigt ist, die Giftstoffe abzubauen und deshalb den Körper nicht in den Ruhemodus lassen will. Und wieder was dazugelernt! Der handgeröstete Kaffee mit langer Röstzeit enthält diese Giftstoffe erst gar nicht und so ist eine Tasse Kaffee am späten Nachmittag dann auch kein Problem mehr…

Hannoversche Kaffeemanufaktur Röstanlage

Hannoversche Kaffeemanufaktur Röstanlage Kaffeeröster

Bei einer Tasse Kaffee ist es aber natürlich nicht geblieben. Nach einer Besichtigung der Röstanlage ging es mit unserer Genussreise weiter nach Brasilien. Der Unterschied zum Äthiopier war selbst für uns Laien deutlich schmeckbar. Kaffee ist eben nicht gleich Kaffee – wenn auch genauso lecker, war der Brasilianer weniger säurehaltig und selbst der letzte, kalt gewordene Schluck in der Tasse war immernoch aromatisch.

Alles kalter Kaffee…

Mit kaltem Kaffee konnte man mich bisher übrigens jagen! Wenn mein Kaffee kalt geworden ist, taugte er nur noch für den Abfluss. Es kostete mich also wirklich Überwindung den Tipp von Andreas Berndt zu befolgen und den Kaffee kalt werden zu lassen. Nur so  kann man sich sicher sein wirklich guten Kaffee getrunken zu haben – wenn er selbst kalt noch gut schmeckt. Und das tut er! Das Staunen war wirklich groß kann ich Euch sagen…

Anschließend haben wir mit einem Handröster noch selbst Kaffee geröstet und einen weiteren Zwischenstopp auf der Kaffee-Welt-Reise eingelegt: in Ruanda. Samtig und erdig im Geschmack und wieder eine wahre Gaumenfreude und ein langanhaltendes Kaffeegefühl – übrigens auch ein Qualitätsmerkmal für Kaffee.

Hannoversche Kaffeemanufaktur Handröster

Nachdem noch einige Fragen rund um Kaffee gestellt und beantwortet wurden, ging es weiter zum Barista Crash Kurs. Aus wieviel Gramm gemahlenen Kaffees wird ein Espresso zubereitet? Mit welcher Temperatur sollte  Kaffee aufgebrüht werden. Wie mache ich den perfekten Milchschaum und wie zaubere ich auf den Cappuccino die wunderbaren Muster?… Einen Barista-Kurs könnt Ihr übrigens auch direkt auf der Webseite der Hannoverschen Kaffeemanufaktur buchen – es lohnt sich definitiv!

Hannoversche Kaffeemanufaktur Barista Espresso

Hannoversche Kaffeemanufaktur Barista

Mit selbst gebackenen Kuchen und noch mehr Kaffee haben wir den Nachmittag gemütlich ausklingen lassen und trotz des vielen Kaffees am späten Nachmittag – ich habe geschlafen wie ein Stein! Muss wohl was dran sein an der schonenden, langen Röstung…

Ich bin jedenfalls total auf den Geschmack gekommen und wenn Ihr noch nie handgerösteten Kaffee getrunken habt, dann solltet Ihr es definitiv probieren – es lohnt sich!

Hannoversche Kaffeemanufaktur Kaffeeschütten

Hannoversche Kaffeemanufaktur Kaffeemahlen

Hannoversche Kaffeemanufaktur Kaffeebohnen Rohkaffee

Unsere drei Kaffeemaschinen in der Küche haben zwar weiterhein eine Aufenthaltsgenehmigung (manchmal muss es eben auch mal schnell gehen) – sie werden aber auch noch Gesellschaft bekommen. Ich mache mir jetzt erstmal einen Kaffee und dann mache ich mich auf die Suche nach einer French Press – um zukünftig auch richtig leckeren, aromatischen, magenschonenden und schadstoffarmen Kaffee nach 17 Uhr zu trinken.

 

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2 Kommentare

  1. 25. August 2016 / 16:16

    Hallo, das schaut ja fast so aus wie bei unserer Kaffeerösterei im Nachbarort. Dort kaufe ich immer meine Bohnen. Übrigens, ohne Kaffee gehe ich nie aus dem Haus. Das ist auch das erste was ich früh mache… Kaffee. Liebe Grüße Tina-Maria

    • Vorstadtleben
      Autor
      25. August 2016 / 16:33

      Kaffee am Morgen muss nun mal sein…
      Liebe Grüße

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