Bloggertipps: Sponsored Posts richtig kennzeichnen

Sobald der eigene Blog eine gewisse Reichweite erreicht, trudeln die ersten Kooperationsanfragen von Firmen und Agenturen ein. Ich kann mich noch genau erinnern, als ich meine erste Anfrage erhielt, die sich aber leider als ziemlich unseriös entpuppte. Dennoch war das irgendwie der Startschuss und inzwischen landen regelmäßig Kooperationsanfragen in meinem Postfach.

Bei einigen Anfragen stellt sich schnell heraus, dass ich die Kooperation nicht eingehen werde – meist sind das die Anfragen in denen von Vornherein drin steht: „Beim diesem Auftrag möchten wir keine Kennzeichnung als sponsored Post und es muss ein Do-Follow-Link gesetzt werden“. Gerade gestern trudelte aber eine Anfrage ein, in der gleich drin steht: „Übrigens: Für uns ist eine Kennzeichnung der Zusammenarbeit und eine No-Follow-Verlinkung selbstverständlich“. Wenn dann noch das Thema zu mir und meinem Blog passt – nehme ich eine solche Kooperation gerne an.

Sponsored Post kennzeichnen – warum eigentlich?

Ein Beitrag für den ich bezahlt werde ist und bleibt Werbung. Schließlich möchte das Unternehmen, das mich für das Schreiben des Beitrags bezahlt, auch darin erwähnt und verlinkt werden. Oft erkennt der Leser beim Lesen des Beitrages aber nicht, dass es sich um Werbung handelt, weil der Blogbeitrag einen sehr persönlichen Charakter hat. Das dient aber keinesfalls dazu die Leser in die Irre zu führen; ein Blog lebt nun mal davon persönlich zu sein. Und genau deshalb nehme ich nur Aufträge an, die zu mir und meinem Blog passen. Produkte und Dienstleistungen zu denen ich tatsächlich etwas zu sagen habe und nicht nur weil ich Geld (oder das Produkt selbst) dafür bekomme den Beitrag zu schreiben.

sponsored post kennzeichnung blog notebook schreibtisch

Und gerade weil ich für das Schreiben des Beitrags entlohnt werde, MUSS dieser auch dementsprechend gekennzeichnet sein – ansonsten handelt es sich um Schleichwerbung, die laut verschiedener Gesetzestexte verboten ist.

Werbung muss als solche klar erkennbar sein

Bei Printmedien gilt hier dass sogenannte Trennungsgebot – das besagt, dass Werbung klar vom redaktionellen Inhalt getrennt sein muss. Aber gilt das Trennungsgebot auch für Blogs? Hier scheiden sich die Geister – prinzipiell unterscheidet das Trennungsgebot im § 58 Abs. 1 RfStV aber nicht nach Presse und „Nichtpresse“ (Quelle: RA Schwenke). Ich habe viel recherchiert was, wie, wo und warum gekennzeichnet werden muss. Im Netz gibt es viele Aussagen dazu – fest steht aber; wer mit seinem Blog auf der sicheren Seite stehen möchte, Abmahnungen aus dem Weg gehen möchte und vor allem Transparenz gegenüber seinen Lesern zeigen möchte – der kennzeichnet gesponserte Aufträge entsprechend.

Für mich steht fest – ich kennzeichne meine gesponserten Beiträge um meine Leser klar zu informieren, für welche Artikel eine Gegenleistung geflossen ist. Wie viele andere Blogger auch, setzte ich die Kennzeichnung bisher ans Ende des Beitrags – allerdings ist das nicht korrekt! Dass eine mangelnde oder unzureichende Kennzeichnung eines gesponserten Beitrags zu einer Verletzung des Wettbewerbrechts werden kann, zeigt ein Urteil des Landgerichts München. Auch das WIE gekennzeichnet wird, sollte gründlich überlegt sein. Denn in genau diesem Urteil, heißt es auch, dass z.B. eine Kennzeichnung durch das Wort „sponsored“ unzureichend ist.

Sponsored Post kennzeichnen – aber wie?

Um die gesponserten Beiträge klar von den redaktionellen Inhalten abzuheben, bedarf es eines Hinweises am ANFANG des Artikels. Hier sollte aber auf englische Begriffe wie z.B. sponsored, sponsored post oder Advertorial verzichtet werden, da dies den Leser nicht ausreichend deutlich auf die vorliegende Werbung hinweist. Leser, die der englischen Sprache nicht mächtig sind, verstehen diesen Hinweis ohnehin nicht.

Mit deutschen Begriffen wie WERBUNG – oder noch besser ANZEIGE oder WERBEANZEIGE zu Beginn des Beitrags, steht der deutsche Blogger rechtlich auf der sicheren Seite und zeigt seinen Lesern gegenüber deutlich Transparenz.

kennzeichnung sponsored post

Daher habe ich mich entschieden an den Anfang der Artikel einen Info-Button zu setzen, der meine Leser informiert. Dieser Button ist anklickbar und führt auf eine Seite, auf der erklärt wird, was dieser Button im Einzelnen bedeutet.  Beitrag enthält Werbung Der Hinweis „Werbung“ oder „Anzeige“ sagt also keinesfalls aus, dass es sich im nachfolgenden Beitrag um einen Werbetext handelt. Gerade auf Blogs ist es oft ein ganz persönlicher Beitrag, in dem die Werbung passend eingebunden wurde.

Bezahlter Beitrag, Produkttest, Bloggerreise – welche Beiträge müssen gekennzeichnet werden?

Sobald ein Entgelt für einen Beitrag bezahlt wird, MUSS dieser entsprechend AM ANFANG als „Werbung“ oder „Anzeige“ gekennzeichnet werden. Dies gilt auch, wenn dem Blogger ein Produkt überlassen wurde unter der Bedingung einen Blogbeitrag darüber zu verfassen, oder wenn der Blogger zu einem Hotelaufenthalt eingeladen wurde um anschließend auf seinem Blog über das Hotel zu berichten.

Sobald ein Unternehmen dem Blogger ein Produkt zusendet ohne dass die Vereinbarung getroffen wurde, dass ein Beitrag darüber verfasst wird –  reicht es, wenn lediglich im Text darauf hingewiesen wird, das Produkt kosten- und bedingungslos erhalten zu haben.

Übrigens: auch Affiliate-Links sind Werbung und es reicht nicht aus sie mit einem Sternchen zu kennzeichnen und dieses Sternchen am Ende des Beitrags mit „Affiliatelink“ zu erläutern. Hier sollte direkt hinter dem Link stehen, dass es sich Werbung handelt und auch dieser Beitrag muss als „Werbung“ oder „Anzeige“ gekennzeichnet sein.

sponsored Post kennzeichnen notebook

 

Was kann schon passieren?

Wer als Blogger sein verdientes Geld nicht in Anwaltshonorare und Kosten einer Unterlassungerklärung stecken möchte, sollte seine gesponserten Beiträge als „Werbung“ oder „Anzeige“ kennzeichnen – und zwar AM ANFANG des Beitrags. Wer seine gesponserten Beiträge nicht oder unzureichend kennzeichnet (z.B. durch einen kleinen Text am Ende des Beitrags: „Mit freundlicher Unterstützung durch…“ oder auch „sponsored post“) verstößt gegen die Kennzeichnungspflicht und geht damit das Risiko einer Abmahnung mit hohen Kostenrisiken ein.

 

Dieser Beitrag enthält eigens recherchierte Tipps und ist keine juristische Beratung zur Kennzeichnung von Werbung in Blogs. Bei rechtlichen Fragen, sollte sich im Zweifelsfall jeder an einen Anwalt wenden. 

Folge:

4 Kommentare

  1. 4. September 2016 / 16:40

    Hallo,
    ein sehr wichtiges Thema. Vielen Dank für deinen Text. Wir kennzeichnen unsere Beiträge auch immer zum Ende hin. Ich befürchte, das ein Hinweis am Anfang viele Leser abschrecken könnte. Ausserdem sieht es nicht so schön aus. :(
    Mit der Info-Kennzeichnung und Verlinkung auf eine andere Seite finde ich eine gute Idee. So was in der Art werden wir uns auch überlegen.

    LG
    Nico

  2. 7. April 2017 / 20:55

    Vielen Dank für diesen ausführlichen Artikel. Ich glaube viele Blogger sind sich dem nicht so ganz bewusst und tappen da schnell in eine Falle.

    Wie hast du diesen „Beitrag enthält Werbung“ Button erstell? Scheint ja kein Bild sondern eine css Datei zu sein. Darf man den auch verwenden?

    Danke

    • Vorstadtleben
      7. April 2017 / 21:16

      Ja, das stimmt. Ich kann auch nicht nachvollziehen warum immernoch nicht klar gekennzeichnet wird. Inzwischen kennzeichne ich zusätzlich noch über die Kategorie – so sieht der Leser noch bevor er den Artikel anklickt, dass es sich um einen gesponserten Beitrag handelt. Meine Beiträge sind zwar nicht Werbung im klassischen Sinn, weil sie immer eine persönliche Geschichte enthalten – aber die korrekte Kennzeichnung ist nun mal Pflicht.
      Den Button habe ich über einen Shortcode erstellt – mit dem Plugin „Shortcodes Ultimate“.
      Liebe Grüße

      • 7. April 2017 / 21:20

        Cool danke. Werde ich mal ausprobieren. Ich habe jetzt auch das erste Mal einen „gesponserten Artikel“ geschrieben. Werbung find eich ehrlich gesagt nicht ganz passend, da ich den Artikel auch ohne „Werbung“ genau so geschrieben hätte. Aber ich Transparenz ist so oder so wichtig und ich finde es durchaus legitim das man etwas Werbung auf seinem Blog macht.

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